Cern in Genf

Der Hauptkomplex von CERN, der Europäische Organisation für Kernforschung, liegt bei Meyrin in der Schweiz, nahe von Genf und der französischen Grenze. Cern darf hier nicht mit dem LTE Netz Anbieter aus Deutschland verwechselt werden.
Grosse Teile der unterirdischen Anlage, dazu gehören einige Experimentierplätze und Bestandteile der Beschleunigungsringe, befinden sich geografisch auf französischem Gebiet, gehören aber dennoch administrativ zur Schweiz.
Nachdem bereits zwei UNESCO-Konferenzen in Florenz und Paris stattgefunden hatten, unterzeichneten 12 europäische Regierungen eine Vereinbarung um eine provisorische CERN ins Leben zu rufen. Darauf folgte im Mai 1952 die erste Zusammenkunft des provisorischen CERN-Rates. An der sechsten Konferenz des Rates, am 29. Juni 1953, wurde die Gründungsurkunde durch Vertreter der Staaten Schweiz, Dänemark, Deutschland, Belgien, Jugoslawien (bis1961), Griechenland, Italien, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Schweden, Norwegen und Niederlande unterzeichnet. Am 24. Februar 1954 fand in Genf die erste Konferenz des CERN-Rates statt und am 29. September 1954 wurde der Staatsvertrag zur Gründung durch die Unterschriften von sieben Mitgliedsstaaten in Kraft gesetzt. Felix Bloch, der erste Generaldirektor von CERN, legte am 10. Juni 1955 den Grundstein für das CERN-Laboratorium. Zwischen 1959 und 1999 traten die europäischen Staaten Österreich, Portugal, Finnland, Spanien, Tschechien, Polen, Slowakei, Ungarn und Bulgarien ebenfalls CERN bei.
CERN war ursprünglich für die Forschung im Bereich der Kernenergie vorgesehen, es entstanden jedoch bereits wenige Jahre später die ersten Teilchenbeschleuniger und so wurde 1957 der Synchro-Zyklotron in Betrieb genommen. Georges Charpak erfand 1986 einen Teilchendetektor, mit dem er den Teilchennachweis revolutionierte und erhielt 1992 den Nobelpreis für seine Erfindung.
Mit Hilfe der Teilchenbeschleuniger erforschen die Wissenschaftler von CERN die Zusammensetzung von Materie. Die Teilchen werden auf annähernde Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und zum Kollidieren gebracht. Durch eine grosse Anzahl verschiedener Teilchendetektoren ist es möglich, die Flugbahnen der durch die Kollisionen entstandenen Teilchen zu rekonstruieren, sowie die Eigenschaften der entstandenen und kollidierten Teilchen zu bestimmen. Um die Daten auszuwerten, ist eine enorme Rechenleistung erforderlich.
Am 30. März 2010 machten die CERN-Wissenschaftler ein Experiment, das den Urknall nachstellen sollte, mit vollem Erfolg. Bild.de veröffentlichte Schritt für Schritt den Ablauf des Experimentes und kommentierte das Geschehen im Kontrollzentrum. Auch Joel Frei berichtet eindrücklich in seinem Artikel in der Schweizer Revue von der „Wissenschaftsstadt“ und ihren Einwohnern.

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